Vortrag "Wenn Essen krank macht", Foto: Gudrun Siep

Das menschliche Verdauungssystem hat sich über viele Jahrtausende hinweg beständig weiterentwickelt – wie der Mensch auch. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Nahrungsmittel, ihre Herstellung und damit auch die Ernährung der Menschen jedoch dramatisch verändert: Fertigprodukte, maschinell und in Massen erzeugte Lebensmittel, chemische Zusätze und auch Umzüchtungen von Nahrungspflanzen hielten Einzug in die Lebensmittelversorgung. Trotz der Anpassungsfähigkeit des Menschen treten seither Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien, die in direktem Zusammenhang mit der Nahrung stehen, verstärkt auf.

Diagnose
Bei jedem fünften Allergiker werden Beschwerden durch Lebensmittel ausgelöst. Aber auch ohne eine entsprechende Diagnose verzichten viele Menschen auf bestimmte Nahrungsmittel, weil sie Unwohlsein auslösen. Dabei ist dem Einzelnen oft gar nicht klar, woher dieses eigentlich konkret kommt. Ursachen gibt es mindestens genauso viele wie Symptome und Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe, denn jeder Mensch unterscheidet sich in seiner Verdauung und seiner Stoffwechselleistung. Daher ist es zunächst wichtig, schulmedizinisch oder zum Beispiel mit einem Symptom-Tagebuch herauszufinden, woher die Beschwerden kommen und wann sie auftreten. Sich selbst einmal ganz genau vor Augen zu führen, was habe ich wann gegessen und wann sind welche Beschwerden aufgetreten, kann einen Zusammenhang zwischen Unwohlsein und Ernährung verdeutlichen.

Vielfältige Symptome
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten unterscheidet man zwischen toxischen und nicht-toxischen Reaktionen. Ersteres kann oftmals ausgelöst werden durch (giftige) Pilze oder Bakterien. Nicht-toxische Reaktionen wiederum werden unterteilt in immunologische Reaktionen (Lebensmittelallergien) und nicht-immunologische (Lebensmittelintoleranzen). Die Symptome sind vielfältig und zeigen sich häufig im Magen-Darm-System: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit sind nur einige davon. Aber auch Asthma, Hautveränderungen, Migräne, chronische Müdigkeit und rheumatische Erkrankungen können Anzeichen für Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.

Was kann man tun?
Seine Ernährung und auch sich selbst auf Unverträglichkeiten oder Allergien einzustellen ist eine individuelle Angelegenheit, denn jeder Mensch reagiert anders. Daher sollten Betroffene achtsam in sich hinein hören und auch auf diese Weise herausfinden, was für sie jeweils gut verträglich ist und was sie lieber weglassen sollten. Grundsätzlich gilt, dass selbst kochen den Fertigprodukten vorzuziehen sei. Dabei ist es empfehlenswert, auf saisonale und regionale Produkte zurückzugreifen. Auch sich bewusst Zeit zu nehmen für die Nahrungsaufnahme kann helfen, dass der Körper die Nahrung besser verarbeitet. Oft spielen nämlich die Psyche und Stressfaktoren ebenfalls eine Rolle.

Der Bauch ist manchmal unser zweites Gehirn. Daher muss beides in Einklang stehen, um die vielen Prozesse in unserem Körper, ausgelöst durch die tägliche Nahrungsmittelaufnahme, gesund zu bewältigen. Wichtig ist es auch, sich ausführlichen und individuellen Rat einzuholen. Dabei bin ich Ihnen gerne behilflich, rufen Sie mich einfach an. Ein zweiter Veranstaltungsteil zum Thema „Wenn Essen krank macht“ ist für den Herbst in Planung. Bei Interesse können Sie sich bereits jetzt anmelden und wir informieren Sie über den genauen Termin sobald dieser feststeht.